Osterwinder Bauernhofmuseum

Im alten Bauernhaus der Familie Mießlinger befindet sich das kleine Bauernhofmuseum. Mehr als hundert Ausstellungsstücke geben einen Eindruck vom Landleben vor über 100 Jahren. Auf dem imposanten alten Dachboden befinden sich hübsche alte Haushaltswaren, verziertes Geschirr, das bei den Erntemahlen nicht fehlen durfte und schwere alte Bücher voller Geschichte. Nostalgisch erscheint einem der Blick auf hölzerne Dreschflegel und Heugabeln. Mit den Pferdeschlitten fuhr man im Winter zur Kirche, mit den Hopfenmetzen wurden die Hopfenzupfer bezahlt und überall grüßt die altdeutsche, verschnörkelte Schrift den Besucher.

 

Auch die historische Turmuhr mit dem mechanischen Fallgewicht und dem Uhrwerk von 1858 kann besichtigt werden.

 

 

Kommen Sie in unser kleines Bauernhofmuseum und erfahren Sie mehr über das Landleben in vergangenen Zeiten bei einer kleinen Führung.

 

Wir bitten um Voranmeldung und freuen uns über Ihren Besuch.

 

Traditionen und Bräuche

Die Geschichte des Hofes reicht weit in die Vergangenheit zurück. Noch heute werden auf dem Hof so manche ländliche Bräuche gepflegt, so manche Traditionen aufrecht erhalten, die anderswo verloren gegangen sind. Manche seit Alters her, manche wieder neu zum Leben erweckt.

 

Heiligdreikönig:

Nach dem alten Volksglauben stehen die Rauhnächte zwischen Heiligabend und Heiligdreikönig unter dem Einfluß böser Geister. Die Wilde Jagd braust über den Himmel, Hexen und Druden treiben ihr Unwesen. Der Name Rauhnächte leitet sich ab von "Rauchnächte" da in diesen Nächten Wohnung und Stall ausgeräuchert wurden, um böse Geister zu vertreiben. Dazu nimmt die Hausfrau Glut aus dem Ofen in ein eisernes Bügeleisen und streut Weihrauch derüber. Damit werden die Wohnung und der Stall ausgeräuchert und Weihwasser gesprengt. Am Dreikönigstag selbst besuchen dann die hl. drei Könige, meist dargestellt von den Ministranten der Pfarrei, jedes Haus, sprechen einen Spruch auf und schreiben mit geweihter Kreide die Jahreszahl und die Buchstaben C M B (Christus Mansionem Benedicat - Christus segne dieses Haus) an die Türe.

 

Feldweihe zu Ostern:

Nach einem alten Brauch der seine Wurzeln im Heidnischen hat, geht man an Ostern zur Feldweihe. Vor der Feldweihe müssen noch die Palmsträußchen gefertigt werden. Dazu durchsticht man vom Palmbaum abgenommene Zweige mit einem spitzen Messer und stecke in den Spalt ein Zweiglein Palmkätzchen, so das der Strauß die Form eines Kreuzes erhält. Mit geweihten Ostereierschalen, Weihwasser und den Feldkreuzerln werden zu Fuß die Äcker und Wiesen aufgesucht. An jedes der vier Ecken eines Feldes wird ein Sträußchen gesteckt in die Mitte ein Span des Brandsteckens. Dazu werden ein paar Eierschalen, - Symbole der Fruchtbarkeit -  gestreut und Weihwaser auf die Saat gesprengt.

 

Hollerküchl:

Wenn der Holunder im späten Frühling seine weißen Blüten öffnet werden in Osterwind Hollerküchl gebacken. Diese Süßspeise, in Backteig herausgebackene Blüten gehören seit vielen Jahren zur Tradition in der Gegend und stellen eines der vielen Rituale dar, die warme Jahreszeit zu begrüßen. (Rezeptanleitug in der Rubrik "Herzhafte Schmankerl")

 

Sonnwendfeier:

Zur Sommersonnenwende am 24. Juni brennen vielerorts Johannisfeuer und werden Sonnwendfeiern abgehalten. Die Sonne hat den höchsten Punkt am Himmel erreicht, der Sonnwendtag ist der längste im Jahr. Der etwas in Vergessenheit geratene Brauch erfreut sich in den letzten Jahren wieder neuer Beliebtheit. Die Johannisnacht ist verzaubert. Kräuter haben besondere Kräfte, die Natur schläft nicht. Die Veranstalter möchten die Besucher zu einem Abend "Verschnaufpause" vom Alltag einladen, an einem lauschigen Plätzchen am Waldrand oder auf einer Wiese am knisternden Feuer sitzend, in den Sternenhimmel blickend um sich wieder an die Schönheit der Natur zu besinnen.

 

Kräuterweihe an Mariä Himmelfahrt:

Am 15. August erreicht der Sommer seinen Höhepunkt. Die Erntearbeiten sind in vollem Gange. Nach alter Überlieferung werden an diesem Marienfeiertag heilkräftige Kräuter aus dem Garten, von Feld und Wiese gesammelt und zur Weihe in die Kirche getragen. Die gesammelten Kräuter werden zu einem Buschen gebunden und als Schutz gegen Unheil und Feuer im Kuhstall oder neben das Kruzifix gehängt.

 

Küachl an Kirchweih:

"A richtiger Kirta dauert bis zum Irta (Dienstag) - wann a si duad schicka,  aa bis zum Migga (Mittwoch)". So eine alte Redensart über einen der wichtigsten Feiertage auf dem Lande. Früher wurde getanzt und gefeiert, eine Kirtahutschn, eine große Schaukel wurde aufgehängt an der die jungen Leute schaukelten.

Heute sind nur noch wenige dieser Bräucher erhalten geblieben, das wichtigste am "Kirta" sind jedoch die Küachl. Dieses so typisch niederbayrische Schmalzgebäck darf an Kirchweih nicht fehlen, erfordert es doch eine gewisse Raffinesse aus dem Teig eine hauchdünne Stelle in der Mitte zu ziehen bevor es im Aubackfett goldbraun gebacken wird.