Kleine Oasen

Sehenswertes im Osterwinder Umland

Der Naturlandhof Osterwind liegt inmitten der sanft geschwungenen, grünen Hügel der Holledau, idyllisch gelegen auf einer Anhöhe zwischen Wäldern, Hopfengärten, Getreidefeldern und Wiesen. Die Bewohner der Region, sowie die Natur haben stille Oasen, versteckte Plätze als Schatzkästlein der Kulturlandschaft geschaffen, die man gut zu Fuß vom Naturlandhof aus erwandern kann. Auf Anfrage führt Kräuterexpertin Silvia Mießlinger bei einer Kräuterwanderung zu den "kleinen Oasen" und weiß Geschichten über Pflanzen, Brauchtum und Heimathistorik zu erzählen.

Das Quellgebiet der Kleinen Laaber

Am Südhang der Osterwinder Kuhweiden entspringt die "Kleine Laaber", eine echte Niederbayerin, die sich durch den südöstlichen Zipfel der Hallertau hinein in den Gäuboden zieht und bei Straubing in die Donau mündet. Die Feuchtwiesen und Biotope sind ein botanisches Schatzkästlein und als Naturschutzgebiet von überregionaler Bedeutung. Angrenzende Wiesen werden von den Osterwindern renaturiert und auch hier sind schon die ersten seltenen Pflanzen, wie die Bachnelkenwurz, wegen ihrer Farbe das "Blutströpfchen" genannt, oder das Wiesenschaumkraut zu finden. Weiter bachabwärts findet man das Knabenkraut, eine einheimische Orchideenart, die Herbstzeitlose und die Wiesenprimel. Weitere Raritäten der einheimischen Flora und Fauna, wie Apollo- oder Schachbrettfalter, Rebhühner, Neuntöter oder Woll- und Zittergras, Teufelskralle, Sumpfwurz oder Echter Baldrian sind in den Hangquellsümpfen beheimatet.

Wettereiche und Turmhügelbuche

Bäume sind Zeitzeugen und Landmarken unserer Heimat. Ein besonderes Exemplar steht bei Osterwind. Die alte Eiche, die inmitten der Wiesen, als einsamer Wächter steht ist sicher über 150 Jahre alt, aber genau weiß das niemand. Beim Nachbarhof Sachsenhausen beeindruckt eine alte Buche, die auf einem frühmittelalterlichen Turmhügel, mitten in einem Auwäldchen steht und unter deren Wurzeln sich ein frühgeschichtliches Geheimnis verbirgt, das noch nicht gelüftet wurde.

Die Hopfengärten bei Dürnwind

Eine typische Hallertauer Landschaft erstreckt sich um den benachbarten Weiler Dürnwind. Die stolzen Hopfendarren dominieren das Dorf - die Hopfengärten das Landschaftsbild. Am schönsten ist eine Wanderung durch das idyllische Tal der Hopfengärten im August und September, wenn das Grüne Gold als duftende Reben ihre volle Reife erlangt hat. Dann tauchen in den Köpfen der Hallertauer wieder Erinnerungen an die lustige und romantische Zeit der Hopfenzupfer auf, die bis vor 60 Jahren noch ins Hopfenland fuhren, um die Dolden per Hand zu ernten.

Auf dem Römerweg zur Klausenkirche

80 nach Christus bauten die Römer eine Straße von Moosburg nach Regensburg. Diese führte an Osterwind vorbei und ist zu einem großen Teil noch identisch mit einem Feldweg, der gerne von Radfahrern und Wanderern genutzt wird. Im "Müllerholz" sind noch Spuren im Waldboden zu erkennen, welche die seitlichen Fahrrinnen der Römerstraße bildeten. Nimmt man diese als Ausgangspunkt für einen kurzen Spaziergang erreicht man nach einigen Minuten den "Koimabuckel", einer steil abfallenden Weide für Jungkühe und der rustikal anmutenden Hütte für das Jungvieh. Dann erreicht man die geschichtsträchtige Hofkapelle von Osterwind über die es Interessantes zu erzählen gibt. An den Wochenenden im Sommer ist die Kapelle geöffnet für Menschen, die sich einen Augenblick Stille gönnen oder ein kurzes Gebet sprechen möchten. Bevor man die schöne Allee durch die Hopfengärten durchschreitet macht man Bekanntschaft mit dem "Himmelsteich", einer alten Lehmgrube, aus der einst die Bauern den Lehm für ihre Ziegel holten. Er ist heute von mächtigen, schattenspendenden Eichen umschlossen, führt aber kaum noch Wasser. Nach einem kleinen Stückchen Wald biegt man scharf rechts ab, verlässt den Römerweg und geht Richtung Pfeffenhausen. Sehenswert sind die Klausenkirche, ein kleines Wallfahrtskirchlein am Friedhof, der historische Markt mit der Pfarrkirche St. Martin - dem Dom der Hallertau, die historische Gastwirtschaft zur Post und das Jagdmusuem.

Durch grüne Kathedralen

Große Waldflächen erstrecken sich östlich von Osterwind. Nicht nur Jäger und Forstwirte wissen den Nutzen der Wälder zu schätzen. Eine Wohltat ist es einmal in die grünen Kathedralen zu gehen, dem Chor der Vogelstimmen zu lauschen, die Tannennadeln und das Fichtenharz zu riechen und die Seele aufzutanken. Aus den einstigen Fichtenwäldern sind gesunde Mischwälder geworden. Kleine Teiche und Quellen, sowie der Ruf des seltenen Schwarzspechtes, ein hübsches, blaues Jägerhäuschen und vieles mehr entdeckt man bei einer Wanderung durch die Wälder Richtung Schmatzhausen. Geht man weiter in den Ort hinein, welcher sich in der Vergangenheit einen Namen durch den alten Brauch der Faschingshochzeit gemacht hat, kommt man nach wenigen Metern in das Zentrum. Die Pfarrkirche St. Katharina bildet das Herzstück des Dorfes. Eine Rast lässt sich im Landgasthof Pichlmeier in rustikalem Ambiente historischer Wirtsräume oder im kleinen Biergarten machen. 

Versteckte Teiche

Zwei Fischweiher gehören neben mehreren kleinen Teichen und Tümpeln, die ein Refugium für Kröten, Frösche, Molche und Wasserinsekten bilden zum Osterwinder Gebiet. Versteckt im Wald liegt der schattige Forellenteich, umschwirrt von Libellen, dessen Wasser je nach Jahreszeit seine Farbe von Schwarz über Bronze bis Blau ändert. An der Straße Richtung Schmatzhausen liegt der Karpfenweiher. Früher wurden vor der Osterzeit die Weiher abgelassen und die Karpfen als Fastenspeise gefangen. Mehrere riesige, alte Exemplare schwimmen oft dicht unter der Wasseroberfläche. In jüngerer Zeit wurde der Hecht als Speisefisch entdeckt. Das das Wasser hier eine sehr gute Qualität aufzuweisen hat, zeigt das Vorkommen besonders großer und alter Teichmuscheln, die in den heimischen Gewässern kaum noch zu finden ist.

Geheime Gärten

In versteckten Winkeln des Naturlandhofes Osterwind findet man verwunschene Gärten und verwilderte Traumreiche. Pfingstrosen, Küchenkräuter, Mohnblumen und Bartnelken - Ein traditioneller Bauerngarten liegt im Giebelschatten des alten Bauernhauses am hofeigenen Brunnen. Die Gred liegt auf der Südseite des Gebäudes und betört im Frühsommer durch den Duft der Rosenblüte. Im Künstlergarten, der Schnabelweide, dem Bienengarten und dem Obstgarten findet man Türen in fremde Welten, schnatterndes Geflügel und bunt bemalte Bienenstöcke. Hier ist noch alles naturbelassen und hier darf auch "Unkraut" blühen, denn eine jede Pflanze hat ihren Nutzen - sei es als Bestandteil der Hausapotheke, Räucherkraut oder Bienenweide.