Kunst und Malerei

Im Land barocker Kirchen und phantastischer Schlösser schöpfen Künstler ihre Inspirationen aus der verspielten Landschaft und der unerschöpflichen Farbpallette der Natur. In Osterwind blicken einen Waldgeister aus Holz an, strahlen Lüftlmalereien von den Wänden. Der gesamte Biohof ist Künstlerhof und Ausstellungsort

für diverse Kunstobjekte. Michael Mießlinger stellt einige seiner Werke in Osterwind vor.

Vogelhäuschen im Stil eines niederbayrischen Taubenkobels mit bayerischer und niederbayerischer Fahne, Aufgestellt im Juni 2013

Wandbemalung des Melkstandes mit landwirtschaftlichen Themen anno dazumal

Bayrische Sprüche an Hauswänden

Bauerngarten als Gesamtkunstwerk

St. Michaels-Marterl, gefertigt aus einer alten Pappel

Der Gute Geist im Farngarten

Gedichte - Auf Papier gebrachte Heimatliebe

  W a l d 

 

 Juni 2009

 

Dunkle, gotische Kathedrale aus Nadeln und Laub

betrete ich dein Inneres wird alles um mich, still, blind und taub.
Dein hohes Kirchenschiff aus grünen Fichten und Tannen
kann die rastlose Hektik vor deinen Toren bannen.
Einsam stehe ich da, im Hause des Echos, sehe empor,
oben in deinen majestätischen Wipfeln ein zwitschernder Chor.
Hölzerne Engel an deiner Empore blicken herab,
bist ein duftendes Schattenreich, des Sonnenstrahls kühles Grab.
Bist ein Altar, gedeckt mit Zapfen, Blättern, Früchten und Nüssen.
Wehe denen, die des Nachts durch deine Irrwege müssen.
Knorrige Äste greifen nach mir, stumme Blicke aus Wurzeln und Blättern,
Die ernsthafte Eule, Könige mit Geweihen und Kobolde, die in deinen Wipfeln klettern.
Man sieht fremde Gesten, hört namenlose Laute, ein Raunen und ein Klagen,
ob so deine Gespenster, Irrlichter und Waldgeister nach mir fragen?
Ein Teppich aus sattem, nassen Moos führt mich durch deine Gänge
hindurch durch deine grüne Anmut, Schönheit und Strenge.
So schauen in Farn gekleidete Waldgötter von deiner Kanzel aus Zweigen
hinauf zu den stolzen Stämmen, die nur vor dem Wind sich verneigen.
Ich stehe am verwunschenen Waldesteich, rieche das Moos und frage dich:
Hast du großer Wald in deinen Tiefen einen geheimen Schatz versteckt für mich?
Das Rauschen aus den Ästen, der Specht und der Kuckuck flüstern mir zu:
Unser Schatz ist die Kühle im Sommer, das Glück im Grünen, die Stille und die Ruh´
So gehe ich gern in meine schöne Kathedrale an heißen Sommertagen
Um einen Gedanken der Weisheit, des Geheimnisvollen und der Dankbarkeit aus ihr zu tragen

 

G e w i t t e r

 

August 2008

 

Der Abend schwelgt in heißer Glut.

Wolken in der Ferne tragen das dunkle Himmelsblut.

Die Ruhe vor dem Sturm, kein Vogel singt

Das Weizenfeld die Ähren im Winde schwingt.

Wetterhexen und Donnergötter reiten heran.

Ein Vorhang aus dunklen Purpurwolken weht voran.

 

Grimmiges Grollen hört man in der Ferne,

Wetterläuten und das flackernde Licht der Laterne.

Die Bühne am Himmel über uns, sie wird betreten.

In sturmumbrausten Häuschen wird dem Unheil abgebeten.

Aus weißem Licht schneiden sich die ersten Blitze durch das Wolkenmeer.

Ein dumpfer Seufzer erklingt über unseren Köpfen so schwer.

 

Mit fein gezeichneten Spitzen berührt der Blitz die Tannenwipfel.

Der Wind dreht sich tanzend um verhüllte Gipfel.

Eine Symphonie Peitschenknallen und Feuerwerken gleich.

Die ersten Tropfen tapsen auf den Waldesteich.

Sind bald ein Prasseln wie mit gläsernen Fingerspitzen,

während Vögel in ihren schaukelnden Nestern sitzen.

 

Ein Schwall aus Engelstränen fällt auf die Erde nieder,

Donnerschlag und Feuerfunken immer wieder.

Als fiele in unendliche Tiefen unsere Erde,

tobt das Wetter, als ob es nimmer morgen werde.

Doch laden Blätter die um uns tanzen uns ein

mit bei dem Fest des wilden Sommers zu sein.

 

Das helle, goldene Auge der Sonne wagt am Horizont den Blick.

Der Blaue Himmelsgrund kommt schon zurück.

So frisch und klar gewaschen ist das Land.

Durch welches hat getobt das unheilvolle Band.

Die erste Grillenstimme ertönt zaghaft schon,

und ihren Blütenkranz öffnen wieder Rose und Mohn.

 

 

 

 

Die Hügel im September 

  September 2009
 
Im späten Sommer klopft die Freiheit an mein Herz
dann steige ich hinauf auf die Hügel
und packt mich dann ein bittersüßer Schmerz
bekommt meine Seele Flügel.
Sie flattert wie ein junger Spatz
wenn ich klettere auf den schlafenden Riesen.
 
Dunkle Wälder um ihn herum getragen sind sein Schatz,
braune Felder, Bäche, Bäume und die Wiesen.
Wie ein König, so nah am Himmel
zu seinen Füßen abgeerntete Felder
fern vom dicht gedrängten Dorfgetümmel,
der höchste der Hügel im September.
Aus dem Dickicht fließt hinein in Täler und Lichtungen
weißer Nebel und die Geisterzeit
die Nacht kommt und mit ihr die Dichtungen.
 
Ist es wirklich schon soweit?
Ich seh´die Blätter fallen, es ist wahr.
Sommer, Zeit, wo bist du geblieben?
Denn Jahr für Jahr stehe ich wieder da
im September auf den Hügeln.